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Elektro-Wissen

Steckdosen nachrüsten in Hamburg: Wenn zwei Dosen pro Raum nicht mehr reichen

Leiste an Leiste hinter dem Fernseher? Wann Mehrfachstecker riskant werden und wie das Nachrüsten abläuft.

3 Min. Lesezeit

Elektriker montiert eine Doppelsteckdose mit USB im Homeoffice, vorne eine volle MehrfachsteckdoseKI-generiert

Zählen Sie einmal durch: Wie viele Geräte hängen in Ihrem Wohnzimmer am Strom – und wie viele Steckdosen sitzen in der Wand? In Hamburger Etagenwohnungen aus der Gründerzeit, etwa in Eimsbüttel, Ottensen oder St. Georg, sind es oft zwei Dosen pro Raum, in den Backstein-Zeilen der 1950er Jahre in Hamm oder Horn kaum mehr. Geplant wurden sie für Stehlampe und Radio, nicht für Router, Konsole, Soundbar und drei Ladegeräte.

Warum die Leiste hinter dem Sofa kein Dauerzustand ist

Eine Steckdosenleiste verteilt Strom, sie vermehrt ihn nicht. Alles, was daran steckt, läuft über denselben Stromkreis und dieselbe Sicherung. Kritisch wird es bei Geräten mit Heizelement: Wasserkocher, Heizlüfter oder Bügeleisen ziehen jeweils fast die gesamte Leistung, die eine Wohnungssteckdose dauerhaft liefern darf. Zwei davon an einer Leiste, und der Stecker wird warm. Wer eine zweite Leiste in die erste steckt, verlängert zusätzlich den Weg über Kontakte, die mit der Zeit ausleiern – ein klassischer Ausgangspunkt für Schmorstellen. Heikel sind auch Leisten unter dem Teppich oder hinter dem Schrank, wo Wärme nicht abziehen kann. Riecht es dort angeschmort, ist der Elektriker Notdienst der richtige Anruf.

Drei Wege zu mehr Steckdosen

  1. Erweiterung am vorhandenen Stromkreis: Von einer bestehenden Dose wird eine weitere abgezweigt. Die Sicherung bleibt dieselbe – sinnvoll für Lampen, Ladegeräte und Unterhaltungselektronik.
  2. Neuer Stromkreis vom Zählerschrank: Eine eigene Leitung mit eigener Sicherung, Pflicht für Küche, Arbeitszimmer mit vielen Geräten oder eine Wallbox. Für neu verlegte Steckdosenstromkreise ist ein FI-Schutzschalter vorgeschrieben – in älteren Hamburger Anlagen oft gleich die Gelegenheit, einen nachzurüsten (mehr dazu im Beitrag FI-Schalter).
  3. Aufputz statt Schlitze: In denkmalgeschützten Beständen wie der Jarrestadt oder in Wohnungen mit Stuck lassen sich Leitungen in Kanälen oder Sockelleisten führen, ohne Wände aufzustemmen.

Mietwohnung: Wer fragt wen?

Gut drei Viertel der Hamburger Wohnungen sind vermietet. Eine zusätzliche Steckdose ist ein Eingriff in die Elektroinstallation und damit in die Mietsache – holen Sie vorher das Einverständnis von Vermieter, Hausverwaltung, SAGA oder Genossenschaft ein, am besten schriftlich. In Eigentumswohnungen gilt: Alles innerhalb der eigenen vier Wände ist Ihre Sache, Leitungen durch Treppenhaus oder Gemeinschaftskeller brauchen die Eigentümergemeinschaft.

Was die Fachkraft vorab prüft

  • Querschnitt und Zustand der vorhandenen Leitung – Stegleitungen aus den 1960er Jahren vertragen keine zusätzliche Last.
  • Ob ein Schutzleiter vorhanden ist; bei zweiadrigen Leitungen ist eine einfache Erweiterung nicht zulässig.
  • Reserveplätze im Zählerschrank für neue Sicherungsautomaten und FI.
  • Die sinnvolle Position: Küchenarbeitsplatte, Schreibtisch, TV-Wand, Flur fürs Staubsaugen.

Sie möchten Steckdosen nachrüsten lassen? Seibel365 vermittelt Ihnen Elektriker aus unserem Partnernetzwerk, die in Hamburg unterwegs sind – die Kosten werden vor Arbeitsbeginn besprochen. Mehr auf der Seite Elektroinstallation.

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