Kaum ein Bauteil im Sicherungskasten wirft so viele Fragen auf wie der Fehlerstrom-Schutzschalter, kurz FI, nach Norm RCD. Hier die Antworten, die Partner-Elektriker in Hamburger Wohnungen am häufigsten geben.
Warum fällt der FI, obwohl keine Sicherung ausgelöst hat?
Weil beide etwas anderes überwachen. Der Leitungsschutzschalter bewahrt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Der FI zählt nach: Jedes Milliampere, das in die Wohnung hineingeht, muss auch wieder herauskommen. Fehlt ein Teil, weil er über eine feuchte Wand, ein beschädigtes Kabel oder einen Menschen zur Erde abfließt, trennt er ab – bei 30 Milliampere Differenz, einem Wert unterhalb der Schwelle, bei der Herzkammerflimmern droht. Dafür muss kein Gerät überlastet sein; ein durchgescheuertes Kabel am Wasserkocher reicht. Wallboxen und manche Wärmepumpen brauchen zusätzlich einen Typ, der Gleichfehlerströme erkennt.
Darf ich ihn einfach wieder einschalten?
Einmal ja – aber erst, nachdem Sie die Verdächtigen vom Netz genommen haben: Waschmaschine, Außensteckdose auf dem Balkon, die Kellerleuchte nach dem Starkregen. Hält der Schalter, stecken Sie Gerät für Gerät wieder ein, bis er erneut fällt; das letzte Gerät ist der Übeltäter. Fällt er bei leerer Wohnung gleich wieder, sitzt der Fehler in Leitung oder Dose, und das Probieren ist beendet – dann übernimmt der Elektriker Notdienst. Die Reihenfolge für den ganzen Sicherungskasten steht im Ratgeber zum Stromausfall.
Wozu die Taste mit dem T?
Die Prüftaste erzeugt einen kleinen künstlichen Fehlerstrom. Löst der Schalter dabei nicht aus, ist er verschlissen und muss getauscht werden, auch wenn sonst alles läuft. Ein Druck alle paar Monate genügt; viele koppeln ihn an Beginn und Ende der Heizperiode.
Warum hat meine Wohnung in Hamm keinen?
Die Wiederaufbau-Zeilen der 1950er und 1960er in Hamm, Horn, Eilbek oder Barmbek entstanden lange vor jeder FI-Pflicht: Bäder bekamen ihn erst ab 1984, sämtliche Steckdosenstromkreise ab 2007. In Gründerzeithäusern kommt hinzu, dass zweiadrige Leitungen mit „klassischer Nullung“ gar keinen FI vertragen – der Stromkreis muss vorher dreiadrig neu verlegt werden. Bestandsschutz gilt, solange niemand an der Anlage arbeitet; wer erweitert, baut nach den heutigen Regeln.
Wer kümmert sich um die Nachrüstung?
In der Mietwohnung gehört die Elektrik zur Mietsache: Eingriffe genehmigt der Vermieter und beauftragt sie meist selbst; viele Hamburger Genossenschaften und die SAGA rüsten FI-Schutz im Zuge von Bad- oder Küchensanierungen nach. Eigentümer entscheiden selbst und beginnen am besten mit Bad, Küche und Außensteckdosen. Nachrüstung und Umverdrahtung sind Arbeiten für eine Elektrofachkraft – über unsere Seite Hauselektrik in Hamburg vermitteln wir Ihnen einen Elektriker aus unserem Partnernetzwerk.



