Elektrik verrät ihren Zustand nicht von selbst. Isolierungen werden spröde, Klemmen lockern sich, ein FI, den nie jemand testet, klebt irgendwann fest. Ein Elektro-Check macht aus Vermutungen Messwerte – und in Hamburg gibt es dafür drei typische Anlässe.
Die Vermieterin in Eimsbüttel
Drei Viertel der Hamburger Wohnungen sind vermietet, und mit jedem Mieterwechsel wechselt auch der Blickwinkel: Der Vermieter trägt die Verkehrssicherungspflicht für die Anlage, der neue Mieter will wissen, ob Waschmaschine und Trockner gleichzeitig laufen dürfen. In Gründerzeitetagen, deren Leitungen teils aus der Zeit vor 1973 stammen, beantwortet ein Protokoll beide Fragen – und dokumentiert den Zustand, falls später doch etwas passiert.
Der Betrieb auf St. Pauli, im Hafen, in der City Nord
Für Unternehmen ist die Prüfung keine Kür: Die DGUV Vorschrift 3 verlangt wiederkehrende Prüfungen aller elektrischen Anlagen und Betriebsmittel. Als Richtwert gelten vier Jahre für ortsfeste Anlagen – von der Gastroküche am Kiez bis zum Büro in der HafenCity –, für Kaffeemaschinen, Verlängerungskabel und Werkzeuge je nach Beanspruchung deutlich kürzere Fristen. Werkstätten in Billbrook oder im Harburger Binnenhafen mit Drehstrommaschinen gehören in die Hände eines Prüfers mit passender Messtechnik. Berufsgenossenschaft und Versicherer fragen im Schadensfall zuerst nach den Protokollen.
Das Haus hinter dem Deich
In Wilhelmsburg, Finkenwerder, den Vier- und Marschlanden und überall dort, wo der Hausanschluss im Keller liegt, lautet die Frage nach Starkregen oder Sturmflut nicht, ob der Strom wieder geht, sondern ob die Anlage noch sicher ist. Nasse Verteiler, Klemmkästen und Leitungen können außen trocknen und innen weiter korrodieren. Eine Isolationsmessung gehört deshalb zum Trockenlegen dazu, bevor die Sicherungen wieder eingeschaltet werden.
Was der Prüfer tatsächlich misst
- Besichtigung von Zählerschrank, Verteilern, Dosen und sichtbaren Leitungen auf Alter und Beschädigung.
- Durchgängigkeit des Schutzleiters bis zur letzten Steckdose und zum Heizkörper im Bad.
- Isolationswiderstand jedes Stromkreises gegen Erde.
- Abschaltbedingungen: Löst die Sicherung bei einem Kurzschluss am Ende der Leitung rechtzeitig aus?
- FI-Schutzschalter: Auslösestrom und Auslösezeit, mit Messgerät statt Prüftaste.
- Bei Herd- und Werkstattanschlüssen das Drehfeld und die Verteilung der Last auf die drei Außenleiter.
Alle Werte landen mit Datum, Mängelliste und Empfehlung für die nächste Prüfung im Protokoll. Kleinigkeiten wie lose Klemmen oder fehlende Abdeckungen behebt der Prüfer meist gleich mit.
Vor dem Termin
Rechnen Sie mit kurzen Abschaltungen einzelner Stromkreise. Zählerschrank und Verteiler sollten frei zugänglich sein; ältere Protokolle helfen ebenso wie Ihre Beobachtungen – Lampen, die flackern, Schalter, die warm werden, Sicherungen, die oft fallen. Den Prüfer vermitteln wir: Über unsere Seite Hauselektrik in Hamburg erreichen Sie einen Elektriker aus unserem Partnernetzwerk, der prüft, protokolliert und die Kosten vorab mit Ihnen bespricht.



